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GA vom 24.11.2018

Viele Helfer lindern die größte Not

AKTION Bei den Tafeln in der Region arbeiten Dutzende von Ehrenamtlern in der Lebensmittelausgabe

Die Freiwilligen sammeln gespendete Nahrungsmittel ein, sortieren und verteilen die Waren an Menschen, die in Armut leben. Dabei müssen die Tafeln selbst zahlreiche finanzielle Löcher stopfen. Die Aktion „GA-Leser helfen“ soll dabei helfen.

VON MARION JANßEN

RHAUDERFEHN - Es sind oft Ältere. Alleinerziehende, Witwen oder auch Familien mit vielen Kindern, die zur Tafel kommen. Weil das Geld nicht reicht, die Teller daheim zu füllen - vor allem nicht mit frischen und guten Lebensmitteln. Wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, ist froh, wenn er bei einer Lebensmittelausgabe in der Region ein paar Äpfel, einen Laib Brot, Gemüse, eine Packung Wurst in den Korb legen und für kleines Geld mitnehmen kann.

Kleines Geld, das heißt zum Beispiel bei der Tafel Friesoythe mit ihren Ausgabestellen in Scharrel, Barßel, Garrel und Bösel derzeit: einen Euro pro Erwachsenem, 50 Cent pro Kind. Gefüllt werden die Körbe nach Kopfzahl der Kundenfamilie von den Ehrenamtlern. Im kommenden Jahr soll der Kostenbeitrag ein wenig angehoben werden. Denn: Die Tafeln müssen selber rechnen und auf jeden Cent gucken.

Deshalb sind die Tafel Friesoythe und die Tafel Rhauderfehn mit ihren Ausgabestellen in Ostrhauderfehn und Ihrhove in diesem Jahr die Begünstigten der Aktion „GA-Leser helfen“. Jeder Euro, der für diese Aktion aufs Spendenkonto wandert, ist gut angelegt. Denn das Geld - egal ob es für kleine Geschenke, Fahrzeuge, Reparaturen oder anderes eingesetzt wird - hilft den Helfern, Not zu lindern.

Allein die Spritkosten, die entstehen, wenn Lebensmittel bei Spendern mit den Kühlfahrzeugen abgeholt werden, schießen gerade durch die Decke: Es gibt Monate, da kommen wir auf 1.000 Euro im Monat für Benzin", erzählt Johannes Budde, Kassenwart im Vorstand der Tafel „Carla“ Friesoythe. Weiterer Dauerposten im Budget: die Entsorgungskosten. Die Waren, die von den Märkten und Herstellern gespendet werden, sind am Limit der Haltbarkeit. Gerade frisches Obst und Gemüse muss sorgfältig aussortiert werden, bevor es ausgegeben werden darf. Der - nicht geringe - Ausschuss muss von den Tafeln über spezielle Firmen entsorgt werden. „In schlimmen Monaten hatten wir schon mal 1.000 Euro Entsorgungskosten“ Auf gut 4.700 Euro kommt Budde für die Friesoyther Tafel in diesem Jahr - bislang: „Da fehlen ja noch zwei Monate.“

Keine Kosten entstehen den Tafeln dagegen mit Blick auf ihre zahlreichen Helfer. Die arbeiten ehrenamtlich, schlagen sich oft genug die frühen Morgenstunden oder den Abend um die Ohren, um mit den Kühlfahrzeugen die Märkte der Region abzuklappern und Waren einzusammeln, die dort nicht mehr verkauft werden können.

An den Tafelstandorten werden alle Waren ausgepackt, sortiert, in die Regale geräumt. „Das ist auch körperlich schon ein ziemlich anstrengender Job“, lobt Egon Plaisier das oftmals unermüdliche Engagement seiner Helfer: „Wenn man weiß, dass jemand auf diese Lebensmittel angewiesen ist, dann hört man nicht einfach auf, weil jetzt die Zeit um ist, die man eingeplant hatte.“

Lohn für die Helfer sei, zu wissen, dass Menschen, die sich sonst nichts leisten könnten, durch die Hilfe eine gute Mahlzeit genießen können.

Freuen sich auf eine gelungene Aktion für die örtlichen Tafeln (von links): Johannes Budde, Regina Bunger, Rosa Stohschnieder, Margret Dreesmann (alle Tafel Friesoythe), Anne Rother (Tafel Rhauderfehn), GA-Chefredakteur Joachim Braun, ZGO-Geschäftsführerin Ute de Buhr, Ingrid Broich (AKSR, Trägerverein der Tafel Rhauderfehn), GA-Redaktionsleiter Philipp Koenen, GA-Volontär Dirk Helmers, Corinna Scharf (ZGO-Produktmarketing) und Egon Plaisier (Rhauderfehner Tafel). BILD: JANßEN